Wechsel zur Gnome Shell

Was ist das Erste, was man macht, wenn die vorlesungsfreie Zeit anfängt? Na klar, man setzt sich ein neues Betriebssystem auf. Ich bin von KDE4 auf Gnome Shell geswitcht, habe mein gesamtes System noch einmal mit den nötigsten Applikationen zusammengestellt und eingerichtet und nun habe ich endlich wieder einen Desktop, mit dem ich eine Zeit lang zufrieden sein kann.

Was störte mich an KDE4? Einmal ist da die KDE Optik. Ich wollte weg davon, weil sie mich vor einige interessante Probleme stellte, die ich so nicht haben wollte und auch keine aufwändige Konfiguration machen wollte, um sie zu beheben.

Wählt man bei KDE ein dunkles Theme, wird dieses Theme in Grundzügen auch auf GTK Anwendungen wie Firefox und Thunderbird übertragen. Der Vorteil davon ist, dass alle Applikationen sich ähnlich sehen. Der Nachteil ist vor allem bei Firefox – und ich bin ehrlich, ich nutze den Browser häufig – die Darstellung einiger Websites zum Problem wurde. Die Standardfarben, die ein Browser anwendet, wenn keine expliziten Vorgaben gemacht wurden, sind eben an das dunkle Theme angepasst. Ergibt ja auch Sinn. Problematisch wird es, wenn Seiten, und das sind viele, inkonsequent bei der Vergabe ihrer Farben sind. Dann kommt es häufiger vor, dass plötzlich in Formularen keine Eingaben mehr sichtbar sind, weil die Schrift hell und der Formularhintergrund weiß ist. Ätzend.

Alternative wäre gewesen, dass ich das Aussehen für GTK-Anwendungen abändere, aber auch die anderen dunklen Themes sind im Prinzip zu nichts nütze, außer meinen Kontrast runterzuregeln. Eine einheitliche Oberfläche ist damit nicht möglich. Und ich möchte, dass mein Desktop nicht aussieht wie Flickwerk, sondern sich einheitlich anfühlt.

Gnome Shell bietet auf der anderen Seite ein einheitliches Design – selbst für meine liebsten KDE Anwendungen wie Kate und Kile – und lässt sich sehr flüssig benutzen. Ich habe hier weniger Kontrolle über einzelne Elemente, habe mich aber bisher gut damit zurechtgefunden. Es sieht dazu noch extrem schnieke aus; teilweise sehr minimalistisch und dennoch nicht altbacken. Gefällt mir sehr. Ich werde nur schauen müssen, ob ich meine Trennung von Amarok verkrafte, oder ob ich ihn mir auch noch nachinstalliere. Bisher finde ich Rhythmbox sehr angenehm. (Auch der Sound funktioniert hier wieder besser, dank der Abwesenheit von PulseAudio. Endlich höre ich wieder Skypesounds.)

Desktop vom 9. Februar

Anderer Grund war, dass ich demnächst einen neuen Laptop mit Touchunterstützung erhalte. KDE4 ist eine typische Desktopumgebung; selbst wenn ich wollte, könnte ich mir dort bei den ganzen Minibuttons keine wirkliche Touchgesten vorstellen. Gnome Shell bietet im Gegensatz dazu wirklich oft schön große Symbole und einige Funktionen, die ich gerne mit Touch ausprobieren würde. Ich habe mich testweise auch durch Cinnamon und Unity gewagt, aber letztendlich bin ich doch bei Gnome hängen geblieben. Mal sehen, für wie lange.

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